Vertreterversammlung

Reutlingen, 26.05.2014

„Es war ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr in einem ­- zumindest im Vergleich zu den Vorjahren - etwas entspannteren Umfeld“, resümierte der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Reutlingen Josef Schuler das Jahr 2013 vor den Vertretern der Bank. Unter der Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Karl-Heinz Walter tagte das Gremium am Montagabend in der Stadthalle Reutlingen.

Einstimmigkeit über alle Beschlusspunkte hinweg: Die Vertreter stärkten Vorstand und Aufsichtsrat den Rücken für ihre Arbeit.

In seinem Lagebericht erläutere Josef Schuler die Entwicklung der Volksbank Reutlingen mit Blick auf die verschiedenen Positionen der Bilanz, aber auch im Vergleich zur konjunkturellen Entwicklung, da diese zur Bewertung und Einordnung der Bilanzzahlen bedeutsam ist. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende hatte in seiner Einführung bereits den Fokus auf die künftige Entwicklung des Zinsüberschusses und die vermeintliche Entwicklung am Immobilienmarkt gelegt. „Beide sind für uns von elementarer Bedeutung“, stellte Josef Schuler fest.

 

Bleibe das Zinsumfeld in den kommenden Jahren auf heutigem Niveau, so bedeute dies einen deutlichen Rückgang des Zinsüberschusses und damit einer der noch immer wesentlichen Ertragskomponenten. Diesen Rückgang müsse die Bank über andere Geschäftsfelder kompensieren. In einer sorgfältigen Analyse wurde so als erstes großes defizitäres Segment die Kontoführung ausgemacht, weshalb es zwingend geboten gewesen sei, die Gebühren anzupassen.

 

Angesichts der zu erwartenden härteren Zeiten – „ja wir glauben, die guten Jahre sind vorbei“ –  plädierte der Vorstandsvorsitzende für eine weitere Erhöhung der Eigenkapital-Quote, um existenzfähig zu bleiben, denn „Fusionsgespräche führen wir keine“. Josef Schuler schlug der Versammlung vor, vom Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vorweg 6 Mio. Euro in den Fonds für allgemeine Bankrisiken einzustellen und aus dem Jahresüberschuss 4 Prozent Dividende auszuzahlen. Die 222 Vertreter in der Stadthalle stimmten diesem Vorschlag einstimmig zu.

 

Ende vergangenen Jahres zählte die Volksbank 31.366 Mitglieder mit 213.018 Geschäftsanteilen. Die zwei großen Blöcke des Kundengeschäfts zeigen eine sehr gute Entwicklung für 2013. Auf der Aktivseite haben sich die Forderungen an Kunden um 37 Mio. Euro auf 893 Mio. Euro erhöht. Zusammen mit den außerbilanziellen Kredite, die über die Verbundpartner vermittelt wurden, stieg das gesamte betreute Kundenkreditvolumen um 43 Mio. Euro auf 993 Mio. Euro.

Ebenfalls erhöht hat sich die Passivseite: Das gesamte betreute Kundeneinlagenvolumen ist um 64 Mio. Euro auf 1, 64 Mrd. Mio Euro angewachsen. Die Bilanzsumme schließlich hat sich gegenüber dem Vorjahr um 26 Mio. Euro auf 1,23 Mrd. Euro erhöht. Unterm Strich endete das Geschäftsjahr für die Volksbank mit einem Jahresüberschuss oder Bilanzgewinn von rund 1,9 Mio. Euro. „Ihre Volksbank Reutlingen ist eine gesunde Bank und wir haben einen tadellosen und mängelfreien Prüfungsbericht“, resümierte Josef Schuler, der auch für 2014 grundsätzlich eine positive Geschäftsentwicklung erwartet.

 

Nach den Berichten des Vorstands und des Aufsichtsrats schritt die Vertreterversammlung anschließend zur Tat und entlastete einstimmig Vorstand und Aufsichtsrat. Ebenso einstimmig wurden die drei turnusmäßig ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Lothar Bauer, Gisela Herrmann-Mädler und Karl-Heinz Walter wiedergewählt. Für den nach 12-jähriger Aufsichtsratstätigkeit auf eigenen Wunsch ausscheidenden Dr. Joachim Haage wurde Rechtsanwalt Kai-Markus Schenek ebenso einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt.