Meldung vom 18. Januar 2017

Dürr Samen

„Seit 1930 eine Geschäftsbeziehung mit Volksbank Reutlingen."

Wenn Stephan Schwenk durch sein Regallager im Rommelsbacher Industriegebiet geht, dann ist er ganz in seinem Element. „Pflanzensamen sind extrem vielfältig, mal sind es dicke Kapseln, mal ist es nur feiner Staub“, sagt der Inhaber und Geschäftsführer von Dürr Samen, bückt sich zu einem Karton hinunter und lässt kleine schwarze Körner durch seine Hand rieseln. Der Duft von Karotten-Samen hat es dem gelernten Gärtner und studiertem Betriebswirt besonders angetan: „So riecht für mich Samen“. 

Die Leidenschaft für den Beruf des Samenhändlers liegt bei den Schwenks in der Familie. Sein Vater Heinz hatte als langjähriger Mitarbeiter von „Dürr Samen“ das Unternehmen 1980 von Walter Dürr übernommen, dessen Gönninger Vorfahren wiederum es im Jahr 1870 gegründet hatten.

Tradition, viel Erfahrung, gekoppelt mit betriebswirtschaftlichem Know-How und Umsicht ­ so ist „Dürr Samen“ seit Jahrzehnten erfolgreich unterwegs. Fast so lange beratend an der Seite des Betriebs, zumindest wenn es um die finanziellen Aspekte geht: Die Volksbank Reutlingen. „Die Geschäftsbeziehung reicht wohl bis weit in die 1930er Jahre zurück“, stellt Stephan Schwenk fest.

Sein Betrieb, der mittlerweile 24 Mitarbeiter beschäftigt, setzt auf mehrere Standbeine. Zum einen natürlich auf die Eigenmarke „Dürr Samen“. Die rund 950 Pflanzensorten werden sowohl an Gartengroßmärkte geliefert, aber auch Warengenossenschaften, Erwerbsgärtner bis hin zu Kleingartenvereine oder Eigenerzeuger bzw. ambitionierte Hobbygärtner gehören zum Kundenkreis. Zum anderen werden die Sämereien anderer Marken in Rommelsbach eingetütet und verschickt.

Bei aller Tradition geht der Blick aber immer auch in die Zukunft, denn auch bei „Dürr Samen“ macht die Digitalisierung nicht Halt. Einen Online-Shop gab es hier sogar schon vor vielen Jahren schon einmal. „Der lief aber nicht – wir waren wohl damals unserer Zeit voraus“. Seit August 2015 setzt Stephan Schwenk wieder auf den Online-Vertriebsweg. Und nun passt es, das Geschäft mit den Endkunden über diesem Weg hat sich in den 1,5 Jahren bereits verdoppelt. Seit kurzem hat der Onlineshop auch „paydirekt“, das gemeinsame Bezahlverfahren der deutschen Banken, angebunden.

Nächstes Ziel von Stephan Schwenk und seiner Frau Melanie, mit der er den Betrieb mittlerweile gemeinsam führt: die gerade mit einem Softwareunternehmen ausgetüftelte App „Meister Eden“ zur Marktreife zu bringen. Diese unterstützt Hobbygärtner, indem es das Wachstum ausgesäter Pflanzen Schritt für Schritt mit Tipps & Tricks begleitet. „So was gibt es meines Wissens noch gar nicht.“